Filter
Was ist Obstbrand?
Obstbrände sind Spirituosen aus der vergorenen Maische von frischen Früchten. Manchmal werden Obstbrände auch als »Geist« oder »Wasser« bezeichnet, wobei die Hauptzutat vorangestellt wird – so zum Beispiel bei Kirschwasser oder Himbeergeist. Beim Geist unterscheidet sich die Herstellung leicht vom klassischen Obstbrand, auch wenn er meist als ein solcher eingeordnet wird. Der Geist erhält sein Fruchtaroma durch Mazeration (das Einlegen der Frucht in Neutralalkohol) und anschließende Destillation.
Der vorgeschriebene Alkoholgehalt von mindestens 37,5% vol. entsteht beim Obstbrand ausschließlich durch die Gärung des natürlichen Fruchtzuckers. Zusätzlichen Alkohol dürfen die Hersteller nur dann hinzufügen, wenn die Gärung der Fruchtbasis nicht selbst genug Alkohol hervorbringt. Das kann vor allem zuckerarme Früchte wie Himbeeren oder Kirschen betreffen. Zudem dürfen die Destillerien ihren Obstbrand nicht nachträglich aromatisieren.
Übrigens: Unter »Obstler« versteht man vor allem in Österreich und Süddeutschland eine spezielle Art des Obstbrands, bei dem mehrere Obstsorten zusammenkommen – häufig Äpfel, Birnen und Zwetschgen. Für einen klassischen Obstbrand verwenden die Destillerien in der Regel hingegen nur eine Obstsorte, die präzise auf dem Etikett angegeben wird.
Empfehlung: Drei hervorragende Obstbrände
Wenn du erstklassige Obstbrände suchst, probiere den Ziegler »No. 1« Wildkirsch, den Walcher Himbeergeist oder den Fassbind Vieille Poire.
- Der Ziegler »No. 1« Wildkirsch zählt zu den hochwertigsten, vielleicht auch zu den bekanntesten Obstbränden im deutschsprachigen Raum. Die Edelbrennerei Ziegler verarbeitet dafür handverlesene Kirschen von traditionellen Streuobstwiesen und setzt auf eine präzise Destillation. So entsteht der beliebte Wildkirsch mit seiner typischen, klaren Frucht und trockenem Nachhall – eine echte Nr. 1.
- Der Walcher Himbeergeist von der Südtiroler Edelbrennerei Walcher trägt das EU-Bio-Siegel (VO 2018/848) und steht damit für kontrolliert biologische Qualität. Besonders aromatische Himbeeren aus den Karpaten verleihen diesem Obstgeist sein unverwechselbar intensives Aroma.
- Mit dem Fassbind Vieille Poire von der ältesten Brennerei der Schweiz genießt du einen aromantischen Birnenbrand, der nach der Destillation für 14 bis 18 Monate im Holzfass lagert. Die lange Reifezeit verleiht ihm zusätzliche Tiefe und feine Vanillenoten, ohne die Frucht zu überdecken.
Obstbrand-Sorten im Überblick
Kernobst
- Apfelbrände bilden die Grundlage vieler klassischer Obstbrände. Aromatische Sorten wie Boskop liefern eine kräftige, leicht herbe Struktur, während die Sorte Gala mildere, fruchtbetonte Destillate hervorbringt.
- Birnen zählen zu den beliebtesten Obstsorten für Brände. Bekannt ist die Sorte Williams Christ, die intensive Fruchtnoten hervorbringt und damit einen klaren Wiedererkennungswert besitzt, während z. B. die Sorte Gute Luise feiner und zurückhaltender wirkt.
- Quitten sind anspruchsvoll in der Verarbeitung, belohnen den Aufwand aber mit markanter Aromatik und einer trockenen, leicht würzigen Struktur im Destillat.
Steinobst
- Kirschen ergeben ausdrucksstarke Obstbrände mit deutlicher Frucht. Dabei wirken Sauerkirschen meist straffer und kerniger, Süßkirschen runder und zugänglicher
- Auch Pflaumenarten wie die Zwetschge oder Mirabelle (Gelbe Zwetschge) zählen zu den Klassikern im Brennerei-Handwerk: Zwetschgenbrände zeigen Tiefe und Struktur, Mirabellen wirken hingegen heller und fruchtiger.
- Aprikosen (auch Marillen genannt) liefern konzentrierte, fruchtbetonte Destillate mit hohem Wiedererkennungswert.
- Pfirsichbrand ist seltener und überzeugt durch weiche, dezente Fruchtnoten.
- Die Zibarte bzw. Zibärtle ist eine Wildpflaume und stammt aus dem Schwarzwald. Sie gilt als Rarität mit intensivem Steinobstcharakter.
- Aus der wild wachsenden Schlehe entstehen kraftvolle Destillate mit herber Note, die du als Schlehengeist oder auch als Schlehenbrand kaufen kannst.

Beerenobst
- Himbeergeist zählt zu den bekanntesten Obstbrand-Varianten und bewahrt durch die Mazeration besonders flüchtige Aromastoffe.
- Rote oder schwarze Johannisbeeren ergeben klare, frische Destillate mit prägnanter Säurestruktur und präzisem Fruchtcharakter.
- Die Vogelbeere bzw. Elsbeere liefert sehr feine, trockene Edelbrände mit hohem Anspruch an Destillation und Reifung.
Nuss
- Haselnussbrand zählt zu den eher seltenen Nussdestillaten und überzeugt durch ausgeprägte Nussaromen, meist auf Basis eines Geistes.
Die Herstellung von Obstbrand in 5 Schritten
Schritt 1: Auswahl und Ernte der Früchte
Zuerst wählen die Brennereien reife, aromatische Früchte mit ausreichendem Zuckergehalt aus – im Idealfall aus regionalem Anbau oder von Streuobstwiesen. Beschädigte oder unreife Früchte sortieren die Hersteller konsequent aus, da sie den späteren Charakter des Destillats negativ beeinflussen können.
Schritt 2: Zerkleinern und Maischen
Nach der Ernte zerkleinern die Produzenten das Obst und verarbeiten es zur Maische. Dabei bleiben Schalen und Fruchtfleisch erhalten, die einen großen Teil der Aromastoffe enthalten. Je nach Obstsorte entfernen die Brennereien Kerne oder Stiele, um Bitterstoffe zu vermeiden und die Grundlage für eine saubere Gärung zu schaffen.
Schritt 3: Gärung der Maische
Während der Gärung wandeln Hefen den natürlichen Fruchtzucker in Alkohol um. Dieser Prozess dauert mehrere Tage bis Wochen und erfordert eine kontrollierte Temperatur, damit sich die gewünschten Aromen entwickeln. Am Ende entsteht eine alkoholhaltige Maische, die als Basis für den Obstbrand dient.
Schritt 4: Destillation in der Brennerei
Die vergorene Maische wird in der Brennblase destilliert. Beim Destillationsvorgang trennen die Brennmeister Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf ab. Der Vorlauf bildet den ersten Teil der Destillation mit unerwünschten, stechenden Bestandteilen. Er wird vollständig abgetrennt. Der Mittellauf ist der hochwertigste Abschnitt, das Herzstück, das die klaren Fruchtaromen enthält. Es bildet die Basis des Obstbrands. Der letzte Teil der Destillation ist der Nachlauf. Er enthält die sogenannten Fuselöle, die in hoher Menge den Geschmack des Obstbrands negativ beeinflussen und daher ausgesondert werden.
Schritt 5: Reifung, Einstellung und Abfüllung
Je nach Stil lagert der Obstbrand nach der Destillation im Edelstahltank oder im Holzfass. Diese Phase rundet das Destillat ab und stabilisiert oder ergänzt (Holzfass) die Aromen. Vor der Abfüllung stellen die Brennereien den Alkoholgehalt auf Trinkstärke ein und füllen den Obstbrand ohne Zusatz von Zucker oder Aromastoffen ab.
Tipp: Unsere Top-Destillerien für Obstbrand
- Die Edelbrennerei Fassbind gehört zu den ältesten Brennereien der Schweiz und steht für präzise Obstbrände mit konstant hoher Qualität. Tradition und moderne Technik greifen hier kontrolliert ineinander.
- Die Edelbrennerei Walcher aus Südtirol ist bekannt für hochwertige Destillate mit klarem Fruchtprofil. Von Marille über Williams Christbirne bis zum Himbeergeist findest du hier eine große Vielfalt an Bränden vor.
- Die Brennerei Ziegler in Freudenberg am Main produziert einige der feinsten Obstbrände Deutschlands. 1865 als Brauerei mit Brennrecht gegründet, steht sie für hochwertige Obstdestillate mit klarer Herkunft.

Wie trinkt man Obstbrand richtig?
Obstbrand servierst du idealerweise bei 16–18 °C, da zu niedrige Temperaturen die Aromastoffe dämpfen. Am besten verwendest du spezielle Gläser für Obstbrand – also Stielgläser mit kleinen Kelchen, die sich nach oben verjüngen und die Fruchtnoten konzentrieren. Trinke den Brand in kleinen Schlucken, damit der Alkohol nicht zu sehr in den Vordergrund rückt.
Bestelle Obstbrand bei Club of Spirits
Bei Club of Spirits kaufst du Obstbrand von erstklassigen Brennereien einfach und günstig. Unser 30-tägiges-Rückgaberecht bei Nichtgefallen und günstige 2,89 € Versandkosten bescheren dir einen sicheren und preiswerten Einkauf.
Tipp: Auf der Suche nach Inspiration? Dann probiere auch unsere Rezepte für Cocktails mit Obstbrand. Hier lernst du neue Seiten der fruchtigen Kategorie kennen.
FAQ – Häufige Fragen zu Obstbrand
Obstler ist ein spezieller Obstbrand aus mehreren Obstsorten (in der Regel Apfel und Birne, manchmal auch Zwetschge), während die meisten Obstbrände sortenrein gebrannt und präzise in der verwendeten Frucht deklariert werden.
Obstbrand trinkst du am besten bei 16–18 °C, in Stielgläsern mit kleinem Kelch und in kleinen Schlucken.
Der Alkoholgehalt von Obstbrand beträgt mindestens 37,5% vol. Er liegt meist zwischen 38 und 45% vol.
Obstbrand entsteht ausschließlich aus vergorener Frucht – ohne Zusätze. Schnaps steht hingegen umgangssprachlich für verschiedene hochprozentige Spirituosen.
