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Was ist Gin?
Gin ist eine Spirituose, deren Geschmack stark von Wacholderbeeren geprägt ist. Die Grundlage des Destillats bildet meist ein Neutralalkohol – also ein hochprozentiger, nahezu geschmacksneutraler Alkohol. Diesen verfeinern die Destillerien mit ausgewählten Botanicals wie Kräutern, Früchten, Samen oder Gewürzen. Geschmacklich steht dabei immer die Wacholdernote im Mittelpunkt, während Zutaten wie Zitronenschalen, Koriander, Angelikawurzel oder Pfeffer den Gin ergänzen. Die große Auswahl an Aromen macht Gin zu einer beliebten Basis für verschiedene Longdrinks und Cocktails – zum Beispiel im Gin Tonic, Gin Fizz oder dem Gin Basil Smash.
Seine Vielseitigkeit verdankt der Gin seinem aufwendigen Produktionsverfahren, bei der die Botanicals vor der Destillation im Alkohol eingelegt werden (Mazeration). Die Auswahl und Kombination dieser Zutaten entscheidet über das Aromenprofil. Je nach Rezeptur kann Gin klar und trocken schmecken, aber auch fruchtig oder würzig ausfallen.
Welche Sorten von Gin gibt es?
Auf dem Flaschenetikett findest du in der Regel eine genauere Benennung des jeweiligen Gin-Stils. Damit du die Bezeichnungen besser einordnen kannst, haben wir dir hier ein kleines Lexikon der Gin-Sorten vorbereitet.
Dry Gin
Der klassische Dry Gin zeichnet sich durch seinen trockenen, klaren Geschmack aus. Nach der Destillation dürfen keine zusätzlichen Aromen oder Zucker zugesetzt werden. Dadurch bleibt die charakteristische Wacholdernote im Vordergrund, begleitet von fein abgestimmten Zutaten wie Zitrusfrüchten oder Kräutern. Ein beliebter Vertreter dieser Sorte ist zum Beispiel der The Botanist Islay Dry Gin, der mit sanften Aromen von Apfelminze, Zitronen und Orangen aufwartet.

London Dry Gin
Diese Variante gilt als Inbegriff des traditionellen Gins. Hier destillieren die Hersteller alle Botanicals gemeinsam, ohne eine nachträgliche Aromatisierung. Das Ergebnis ist ein besonders reiner, trockener Gin mit intensiver Würze und frisch-zitronigem Aroma. Dieser Gin-Urtyp eignet sich wunderbar für klassische Drinks wie den Gin Tonic oder den Cocktail Gin Fizz. Unser Tipp: Probiere den Boodles London Dry Gin, wenn du den klassischen Ursprung des Gins schmecken möchtest.
Sloe Gin
Streng genommen ist Sloe Gin kein Gin, sondern ein Likör auf Gin-Basis. Er entsteht, indem die Hersteller Schlehen (engl. »sloe berries«) in Destillate und Zucker einlegen. So ergeben sich eine tiefrote Farbe und ein fruchtig-süßer Geschmack mit sanfter Wacholder-Note. Eine hervorragende Wahl für Dessert-Drinks oder winterliche Cocktails.
Genever
Der historische Vorläufer des Gins stammt aus den Niederlanden und Belgien. Im Gegensatz zum modernen Gin enthält Genever einen höheren Anteil an Malzbrand, was ihm eine malzig-weiche Textur und Süße gegenüber modernen Gin-Sorten verleiht.
Old Tom Gin
Old Tom ist die Brücke zwischen dem süßen Genever und dem trockenen London Dry. Durch eine leichte Süße und eine betonte Würze wirkt dieser Gin weich und rund im Geschmack. Besonders beliebt ist Old Tom Gin in traditionellen Cocktail-Rezepten wie dem Tom Collins.
Rosé Gin
Der Rosé Gin ist eine moderne Interpretation, die farblich und im Geschmack heraussticht. Für ihn verwenden die Destillerien Traubenalkohol aus Roséwein – so zum Beispiel beim Mirabeau Dry Rosé Gin. Die Zutaten verleihen dem Gin seine fruchtige Note und zarte Rosafärbung. Trotz des trendigen Looks bleibt er ein vollwertiger Gin mit der typischen Wacholderbasis.

New Western Dry Gin (Contemporary Gin)
Eine weitere moderne Gin-Variante. Hier treten die Botanicals stärker in den Vordergrund als der Wacholder. Häufig machen Noten von Lavendel, Gurke oder exotischen Früchten diese Gins zu außergewöhnlichen Geschmackserlebnissen.
Barrel Aged Gin (Cask Aged Gin)
Dieser Gin lagert nach der Destillation in Holzfässern, ähnlich wie Whisky oder Rum. Durch die Reifung entstehen warme, würzige Aromen von Vanille, Holz und Karamell.
Navy Strength Gin
Eine kräftige Variante mit einem hohen Alkoholgehalt von mindestens 57% vol. Entwickelt für die britische Marine, überzeugt dieser Gin durch intensive Aromen und eine markante Wacholdernote – perfekt für kräftige Longdrinks oder aromatische Cocktails.
Genuss ganz ohne Promille
Alkoholfreier Gin
Du magst den typischen Geschmack von Gin, möchtest aber auf Alkohol verzichten? Dann findest du in alkoholfreiem Gin die perfekte Alternative. Diese modernen Destillate werden ähnlich wie klassische Gins mit Wacholderbeeren, Zitrusnoten und aromatischen Botanicals hergestellt. Der Unterschied: Statt auf Neutralalkohol zu setzen, extrahieren die Hersteller die Aromen mit Wasserdampf oder im Vakuumverfahren. So entsteht ein authentischer Geschmack, der dem Original erstaunlich nahekommt – ganz ohne Promille.
Damit eignen sich alkoholfreie Gins wie der Polly London Classic ideal als Basis für kreative Mocktail-Rezepte wie den klassischen Virgin Gin Tonic oder den spritzigen Virgin Gin Basil Smash. In Kombination mit hochwertigen Tonics oder frischen Kräutern entfalten sich seine würzigen und fruchtigen Noten besonders harmonisch.

Die Geschichte des Gins: Vom Genever zur Kult-Spirituose
Die Geschichte des Gins beginnt lange vor seinem Siegeszug durch die Bars der Welt. Ursprünglich stammt er aus den Niederlanden, wo im 16. Jahrhundert der Genever entstand – ein Malzbrand mit Wacholder-Aromen, der zunächst als Heilmittel galt. Britische Soldaten entdeckten den Genever während des Unabhängigkeitskriegs und brachten ihn nach England, wo das Getränk rasch populär wurde. Aus der niederländischen Rezeptur entwickelte sich im Laufe der Zeit der trockenere Gin, wie wir ihn heute kennen.
Im 18. Jahrhundert erreichte der Gin-Boom in London seinen Höhepunkt. Bis heute ist diese Zeit als die englische »Gin Craze« bekannt. Günstig hergestellte Destillate machten die Spirituose zum Volksgetränk, wobei die Qualität des Billig-Schnaps mehr als fragwürdig war. Erst mit der Einführung von kontrollierter Destillation und mit strengen Gesetzen entstand der hochwertige London Dry Gin, der später zum Symbol britischer Barkultur werden sollte. Seit den 2010er Jahren erlebt Gin eine Renaissance: Unzählige Destillerien weltweit experimentieren mit neuen Botanicals und setzen innovative Ideen um.
Die Gin-Herstellung in 5 Schritten
Die Verfahren zur Herstellung von Gin variieren je nach Destillerie. Schließlich zielt jede Marke darauf ab, ihren eigenen Hausgeschmack zu verfeinern. Denn Standardrezepturen findet man in den Barregalen heute kaum noch. Trotz der individuellen Handschrift der einzelnen Hersteller folgt die Produktion in der Regel denselben fünf Schritten – vom neutralen Alkohol bis zum aromatischen Destillat.
Schritt 1: Auswahl des Basisalkohols
Die Grundlage für jeden Gin ist ein hochwertiger Neutralalkohol, meist aus Getreide, seltener aus Trauben oder Melasse. Entscheidend ist seine Reinheit: Sie sorgt dafür, dass die feinen Aromen der Botanicals später klar und unverfälscht hervortreten.
Schritt 2: Auswahl und Vorbereitung der Botanicals
Die verwendeten Botanicals entscheiden maßgeblich über den Geschmack des fertigen Gins. Insofern will die Auswahl genau überlegt sein. Neben den obligatorischen Wacholderbeeren kommen häufig Koriander, Angelikawurzel, Zimt, Kardamom, Zitronenschale oder Pfeffer zum Einsatz.
Schritt 3: Mazeration
Bei der Mazeration legen die Hersteller ihre Botanicals für mehrere Stunden bis hin zu Tagen in Neutralalkohol ein. Dabei lösen sich ätherische Öle und Aromen und gehen in das Destillat über, wodurch der Gin sein charakteristisches Profil erhält. Einige Brennereien setzen auch auf die Dampfinfusion. Dabei leiten sie die Dämpfe des Alkohols durch einen Kräuterkorb, der die Botanicals enthält. Die Dampfinfusion ist dafür bekannt, besonders feine Wacholdernoten hervorzubringen.
Schritt 4: Destillation
Auf die Mazeration folgt die eigentliche Destillation. Dabei wird die aromatisierte Flüssigkeit erhitzt, sodass der Alkohol verdampft und anschließend wieder kondensiert. Hierbei entsteht ein klares, reines Destillat, in dem sich die Aromen aus der Mazeration harmonisch mit dem Alkohol verbinden. Die handwerkliche Sorgfalt bei diesem Produktionsschritt entscheidet maßgeblich über die Reinheit und die Balance des Geschmacks.

Schritt 5: Verdünnung und Abfüllung
Vor der Abfüllung wird der Gin mit reinem Wasser auf die gewünschte Trinkstärke herabgesetzt. Diese liegt meist zwischen 37,5 und 47% vol. Anschließend ruht das Destillat noch einige Zeit, damit sich die Aromen voll entfalten können. Erst dann wird der Gin gefiltert, abgefüllt und etikettiert.
Wie trinkt man Gin richtig?
Pur, auf Eis oder als Basis in Cocktails: Neben deinem persönlichen Geschmack hängt der »richtige« Gin-Genuss auch vom charakteristischen Geschmack ab, den du in der Spirituose zur Geltung bringen möchtest. Pur entfaltet Gin seine ganze Bandbreite an Botanicals und würzigen Noten – besonders wenn du ihn leicht gekühlt servierst (ca. 8–10 °C). Für viele Gin-Freunde ist der reine Genuss aber eher ungewöhnlich, weil die intensive Wacholdernote mitunter deutlich dominiert.
Am häufigsten wird Gin als Longdrink getrunken. Der Klassiker schlechthin ist der Gin Tonic: ein perfektes Zusammenspiel aus Wacholder, Bitterstoffen und Frische. Auch im Gin Fizz oder im fruchtigen Gin Basil Smash zeigt sich der Facettenreichtum der Spirituose.
Wenn du dich für einen Gin-Cocktail entscheidest, kommt es besonders auf hochwertige Zutaten an. Experimentierfreudige können Gin auch in sommerlichen Varianten genießen, etwa mit Gurkenscheiben, frischen Kräutern oder einem Spritzer Zitronensaft. Es sind sogar getrocknete Botanicals erhältlich, die du nach deinem Geschmack in den Gin geben kannst.
Tipp: Weitere Inspiration findest du weiter unten oder bei unseren Cocktail-Rezepten mit Gin.
Wie erkenne ich hochwertigen Gin?
Ein guter Gin duftet frisch, würzig und harmonisch – ohne stechenden Alkoholgeruch. Eine entscheidende Rolle spielt die Qualität der Destillation. Feine, mehrfach gebrannte Destillate sind besonders rein und lassen die Botanicals besser zur Geltung kommen. Auch die ausgewählten Zutaten sind ein Qualitätsmerkmal. Je feiner die Abstimmung der Aromen, desto komplexer und angenehmer das Geschmackserlebnis.
Ein Blick auf das Etikett liefert weitere Hinweise. Gins, die mit hohem handwerklichen Geschick hergestellt werden, geben in der Regel die verwendeten Botanicals, Herkunft und Herstellungsart an. Beispielsweise enthält ein hochwertiger London Dry Gin keine künstlichen Zusätze oder Zucker, während ein gut gemachter Sloe Gin auf echten Früchten basiert.
Unabhängig von der Gin-Sorte sollte die Wacholdernote stets erkennbar bleiben, ohne zu dominieren. Schließlich bildet Wacholder das Rückgrat, auf dem sich die übrigen Aromen harmonisch aufbauen. Wer Qualität sucht, sollte daher auf transparente Produktion achten. Auch eine Kennzeichnung als »small batch« (limitierte Abfüllung) ist ein zuverlässiger Indikator für Qualität.
5 großartige Cocktails mit Gin
Wo könnte die geschmackliche Vielfalt von Gin deutlicher werden als in der Cocktailwelt? Mit der richtigen Kombination aus Botanicals, Frucht, Säure und Süße entsteht eine große Bandbreite an Drinks für unterschiedliche Geschmäcker. Hier haben wir unsere Lieblingscocktails mit Gin für dich zusammengetragen. Für eine Mocktail-Variante verwende statt klassischem Gin einfach den alkoholfreien London Classic von Polly.
Gin Tonic
Der Gin Tonic ist der wohl bekannteste Longdrink der Welt – schlicht, elegant und immer erfrischend. Die Kombination aus würzigem Wacholder, bitterem Tonic und frischer Zitrusnote macht ihn zu einem echten Klassiker. Als Grundlage empfehlen wir den Caorunn Small Batch Scottish Gin, der hier mit seiner leichten Würze und intensiven floralen Aromen besonders gut zur Geltung kommt.

Zutaten
- 5 cl Gin
- 150 ml Tonic Water
- Eiswürfel
- 1 Limetten- oder Gurkenscheibe
Zubereitung
- Ein Longdrinkglas mit Eiswürfeln füllen.
- Gin über das Eis gießen und mit Tonic Water auffüllen.
- Kurz umrühren und mit einer Limetten- oder Gurkenscheibe garnieren.
Gin Fizz
Der Cocktail Gin Fizz zählt zu den beliebtesten Klassikern der Barkultur. Spritzig, leicht und perfekt ausbalanciert vereint er Gin, Zitronensaft und Soda. Freu dich auf einen erfrischend-sauren Genussmoment.

Zutaten
- 5 cl Stork Club Gin
- 3 cl frischer Zitronensaft
- 2 cl Zuckersirup
- Soda zum Auffüllen
- Eiswürfel
Zubereitung
- Gin, Zitronensaft und Zuckersirup mit Eis in einen Shaker geben.
- Kräftig schütteln, dann in ein mit Eis gefülltes Glas abseihen.
- Mit Soda auffüllen, vorsichtig umrühren und nach Belieben mit Zitronenzeste garnieren.
Gin Basil Smash
Der moderne Gin Basil Smash ist unsere Empfehlung für alle, die frische Kräuternoten lieben. Hier treffen Basilikum und Zitrone auf würzigen Gin – ein Cocktail mit Charakter und mediterranem Flair.

Zutaten
- 6 cl Boodles London Dry Gin
- 2 cl frischer Zitronensaft
- 2 cl Zuckersirup
- 8–10 frische Basilikumblätter
- Eiswürfel
Zubereitung
- Basilikumblätter mit Zitronensaft und Zuckersirup im Shaker leicht andrücken.
- Gin und Eis hinzufügen und kräftig shaken.
- In ein Glas mit Eis abseihen und mit einem frischen Basilikumblatt garnieren.
Alex Collins
Der Alex Collins ist ein zeitloser Klassiker, der Gin mit Zitrone und Soda zu einem leichten, spritzigen Drink verbindet. Durch seine ausgewogene Süße und Frische ist der Alex Collins ideal für gesellige Abende. Tipp: Besonders ansprechend wird der Drink mit den südamerikanischen Botanicals des Humboldt Gin. Hier geht’s zum vollständen Rezept für den Alex Collins.
Gin Daisy
Der Gin Daisy schmeckt nach Sommer – und zwar zu jeder Jahreszeit. Ein erfrischender Gin-Cocktail, der mit fruchtiger Zitrusnote und einem Hauch Süße begeistert. Wir empfehlen ihn an warmen Tagen oder zu festlichen Anlässen. Am besten verwendest du für ihn den Sibona MAeCO Italian Premium Dry Gin mit seinen mediterranen Noten von Lavendel, Zitrone und Orange. Hier findest du unser Rezept für den Gin Daisy.
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FAQ – Häufige Fragen zu Gin
Zu den besten Gins der Welt gehört der KWV Cruxland London Dry Gin, der bei den World Gin Awards 2021 als bester London Dry Gin ausgezeichnet wurde. Letztendlich hängt die Antwort aber von deinem persönlichen Geschmack ab.
Guten Gin bekommst du bereits ab etwa 20 € für die gängige 0,7-Liter-Flasche. Ab etwa 40 € bist du im Premium-Segment angekommen, wo du hohe Qualitäten und seltene Botanicals erwarten kannst.
Bereits für unter 20 € erhältst du den Boodles London Dry Gin oder den mehrfach ausgezeichneten KWV Cruxland London Dry Gin – unsere klare Empfehlung für ein großartiges Preisleistungsverhältnis.
Gin wird traditionell selten pur getrunken, weil seine intensive Wacholdernote und die würzigen Botanicals in Kombination mit Tonic Water oder Zitrus harmonischer wirken. Wer ihn pur probieren möchte, sollte Gin leicht gekühlt genießen – das sorgt für einen weicheren Geschmack.
Als teuerster Gin der Welt gilt der Morus LXIV Gin, der im Jahr 2018 für 3.800 £ (etwa 4.316 € zum damaligen Zeitpunkt) in der 0,7-Liter-Flasche verkauft wurde. Das entspricht einem Literpreis von etwa 5.611 €. Damit hält der Gin den Guinness-Weltrekord.
